Worauf Sie bei der vorausgefüllten Steuererklärung achten sollten

Warum Sie bei der vorausgefüllten Steuererklärung genau hinschauen sollten

31. Mai ist Abgabetermin – es wird Zeit, an die Steuererklärung für 2014 zu denken, wenn Sie nicht in Stress geraten und alles auf den letzten Drücker erledigen wollen. Wenn Ihnen bei der ungeliebten Steuer und all den Formularen jemand zur Hand gehen will, ist das eigentlich eine gute Nachricht – doch wenn dieser Helfer das Finanzamt selbst ist, sollten Sie genau hinschauen.

Denn seit 2014 bietet das Finanzamt eine Hilfe: die vorausgefüllte Steuererklärung.

Das klingt verlockend. Alle Angaben sind schon gemacht, Sie brauchen nur noch auf „Absenden“ zu klicken. Das spart Zeit, Nerven und Belege sammeln muss man auch nicht…

Doch Sie sollten hier genauer hinschauen! Verlassen Sie sich nicht darauf, dass die vorausgefüllten Teile vollständig und alle steuersparenden Punkte oder Ausgaben berücksichtigt sind. Wer sich bei der Steuererklärung allein auf die vorausgefüllten Teile verlässt, verpasst möglicherweise interessante Sparmöglichkeiten und zahlt dadurch zu viel Steuern.

Wenn Sie alles herausholen wollen, was möglich ist, schauen Sie sich zunächst mal an, was bei der vorausgefüllten Steuererklärung automatisch eingetragen werden kann:

  • vom Arbeitgeber übermittelte Lohnsteuerbescheinigungen,
  • Mitteilungen über den Bezug von Rentenleistungen,
  • Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen,
  • Vorsorgeaufwendungen (z. B. Riester- oder Rürup-Verträge).

Damit sind zwar schon einige der wichtigsten Eckdaten erfasst. Das spart Arbeit und es kann Fehler vermeiden. Trotzdem:

Damit sind noch nicht alle Sparmöglichkeiten ausgeschöpft, die Sie als Angestellter haben. In der folgenden Liste finden Sie einige der wichtigsten Ausgaben, die bei den vorausgefüllten Daten noch nicht berücksichtigt sind, die Sie aber gegebenenfalls steuermindernd ansetzen können:

  • Kosten für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte: Sie ermitteln die Entfernung und Anzahl der Tage und können die Entfernungskilometer geltend machen (Pendlerpauschale).
  • Kosten für Arbeitsmittel, Berufsbekleidung, Fachliteratur
  • Fortbildungskosten, wenn Sie beispielsweise ein Seminar selbst bezahlt haben.
  • Dienstreisekosten, wenn sie nicht vom Arbeitgeber übernommen wurden.
  • Bewerbungskosten, wenn Sie sich auf andere Stellen beworben haben.
  • Haushaltsnahe Dienst- und Handwerkerleistungen
  • Ausgaben für Kinderbetreuung
  • Beiträge zu Berufsverbänden und Gewerkschaften

Vielen Angestellten ist trotz der häufig zu erwartenden Steuererstattung der Aufwand zu groß. Das ist allerdings oft ein echter Verlust: Experten haben ausgerechnet, dass Angestellte nach der Steuererklärung eine Erstattung in Höhe von durchschnittlich 800 € bekommen.

Aber Achtung: Nicht nur Selbstständige, auch viele Angestellte sind dazu verpflichtet, jährlich eine Steuererklärung abzugeben. Und zwar in diesen Fällen:

  • Gemeinsam veranlagte Ehepaare, bei denen beide Partner berufstätig sind, mit der Steuerklassen-Kombination III/V
  • Angestellte mit Nebeneinkünften, die 410 € übersteigen
  • Angestellte, die gleichzeitig bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt waren.

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