Baufinanzierung: 3 vermeidbare Fehler bei niedrigen Zinsen

Baufinanzierung: 3 vermeidbare Fehler bei niedrigen ZinsenSteigende Immobilienpreise können schnell dazu führen den Verlockungen des niedrigen Zinsniveaus zu erliegen. Noch nie herrschte eine solche Nachfrage nach Wohnimmobilien wie derzeit. Dabei scheint das eigene Heim durch das aktuelle Zinsniveau zum Greifen nahe. Welche drei großen Fallstricke auf Sie warten können, zeigt Ihnen die 1822direkt.

1. Gesamtlaufzeit vernachlässigt

Wer kennt sie nicht, Anzeigen mit einem Baufinanzierungszins von knapp einem Prozent. Dieser Zinssatz lässt sich auch einfach bestimmen: 50 Prozent Eigenkapital und eine Laufzeit von maximal fünf Jahren. Nur wer hat schon so viel Kapital für sein Haus angespart? Generell gilt: Je weniger Fremdkapital aufgenommen werden muss und je kürzer die Zinsbindung ist, desto niedriger ist der Darlehenszins und desto niedriger ist die Rate und damit Ihre monatliche Belastung. So beträgt der Unterschied zwischen einer zehnjährigen Zinsbindung zu einer 15jährigen aktuell bis zu 0,5 Prozent. Wie hoch ist allerdings der Zinssatz nach fünf, zehn oder 15 Jahren? Spätestens mit Ablauf der Zinsbindung muss die Immobilie neu finanziert werden. Dann kann die Überraschung groß sein. Mit steigenden Zinsen, steigt auch die Rate, wenn der Kredit zum ursprünglichen Zeitpunkt abgezahlt werden soll. Gerade für junge Familien ist es deswegen wichtig, den Aspekt Planungssicherheit zu beachten.

2. Zu niedriger Tilgungssatz

„Nach mir kommt die Sintflut“, ist ein beliebter Spruch. Sie können selbstverständlich versuchen, ihre Schulden über 50 Jahre oder länger abzutragen. Allerdings werden Sie nur wenige Kreditgeber dazu finden. Warum ist der anfängliche Tilgungssatz so entscheidend in einer Niedrigzinsphase? Die monatliche Belastung ergibt sich aus Tilgung und Zinszahlung. Diese sogenannte Annuität bleibt über die Laufzeit konstant. Je niedriger die Restschuld wird, desto höher wird der Tilgungsanteil. Aber: Bei Zinssätzen um die zwei Prozent, sind der Erhöhung des Tilgungsanteils schnell Grenzen gesetzt. Besser Sie stellen sich einen Budgetplan zusammen und prüfen, was Sie sich leisten könnten und was nicht. Vergessen Sie dabei nicht, dass Sie für das Haus Rücklagen bilden sollten und laufende Nebenkosten haben.

3. Abwarten bei auslaufenden Darlehen

Die Zinsbindung für mein Darlehen läuft in einem Jahr aus, die Zinsen sind niedrig. Ich erhalte rechtzeitig von meiner Bank ein Folgeangebot. Warum also in Hektik verfallen, das wird schon. Wissen Sie, wie das Angebot Ihrer Bank aussehen wird? Wissen Sie, wie die Zinsen in einem Jahr aussehen werden? Was Sie allerdings wissen könnten, sind die Kosten für ein Forward-Darlehen. So werden Darlehen genannt, die zu einem späteren Zeitpunkt ausgezahlt werden, bei denen jedoch schon jetzt der Zinssatz feststeht. Mit Aufschlägen können Sie sich damit das heutige Zinsniveau festschreiben lassen. Errechnen Sie sich doch einfach einmal, was Ihnen eine solche Absicherung kosten würde.

Niedrige Zinsen bedeuten also nicht weniger Arbeit. Die Finanzierbarkeit ist genau so zu prüfen, wie bei einem höheren Zinsniveau. Wenn Sie allerdings gut planen, können Sie von der derzeitigen Zinssituation ganz einfach profitieren.

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