Versicherung: Wer vorsichtig fährt, zahlt weniger?

Revolution bei der Autoversicherung: Neue Telematik-Tarife kommen wahrscheinlich schon 2016

Bei der Autoversicherung bricht wahrscheinlich bald ein neues Zeitalter an: Wer seinen Fahrstil von moderner Technik überwachen lässt, zahlt weniger – so die Idee.

Jedes moderne Auto ist vollgestopft mit Sensoren und elektronischen Fahrhilfen: Einpark- und Bremshilfen, Navigation, Regen- und Temperatur-Fühler, alles vernetzt und mit dem Internet verbunden… Und mit jeder Modellreihe kommt immer wieder neue intelligente Technik hinzu.

Versicherung: Wer vorsichtig fährt, zahlt weniger?

Foto: iStock

Die technische Aufrüstung im Auto soll nicht nur dem Fahrer helfen, sondern jetzt auch den Versicherungen:

Denn der Computer im Auto kann nicht nur erfassen und speichern, ob sich der Fahrer an die Tempolimits und an die Verkehrsregeln hält. Problemlos lässt sich auch festhalten, ob der Fahrer aggressiv fährt und stets stark beschleunigt und spät bremst oder eher defensiv unterwegs ist.

Das ist natürlich spannend für jede Versicherung:

  • Wer vorsichtig und vorausschauend fährt, bekommt Rabatte. Wer Risiken eingeht, muss mehr zahlen.
  • Wer viel im dichten Stadtverkehr fährt, wo häufig Unfälle passieren, zahlt mehr. Wer dagegen überwiegend auf der Autobahn unterwegs ist und sich dabei ans Tempolimit hält, bekommt Rabatt.

Jetzt haben in Deutschland die ersten großen Autoversicherer bekannt gegeben, solche Telematik-Tarife in Deutschland einzuführen – und zwar schon im kommenden Jahr.

Auch wenn Datenschützer solche Überwachung kritisch beobachten und von „Ausspäh-Tarifen“ sprechen – die Versicherungen sind davon überzeugt, dass die Kunden mitspielen: „Wir sind der Meinung, dass die deutschen Autofahrer einen Telematik-Tarif annehmen werden, sofern er die Datensicherheit der Kunden sicherstellt und deutliche Vorteile für die Zielgruppe bringt“, zitiert „Die Welt“ den Allianz-Vorstand Alexander Vollert.

Vergleichbar ist das mit den neuen Tarifen, die bei den Krankenversicherungen diskutiert und angedacht sind: Wer nachweislich gesund lebt und maßvoll Sport treibt, soll günstigere Beiträge zahlen. Der Nachweis ist mithilfe der Fitness-Armbänder und Smartphones heute einfach möglich: Die Geräte können beispielsweise alle Bewegungen und den Puls des Trägers aufzeichnen, speichern und an die Versicherung übermitteln. Die Versicherung sieht so, ob der Kunde sich ausreichend bewegt und wie seine körperliche Verfassung ist. Der Beitrag kann dann entsprechend angepasst werden, wenn solche Tarife Wirklichkeit werden.

Bisher gab es die Vergünstigung für vorsichtiges Fahren nur indirekt: Wer unfallfrei fährt, wird im Laufe der Jahre bei der Autoversicherung immer günstiger eingruppiert. Durch Hightech im Auto und die zunehmende Vernetzung ist es jetzt möglich, dass sich Versicherungen ohne Verzögerung ein genaues Bild über das Fahrverhalten der Versicherten machen.

Übrigens: Wie Sie höhere Versicherungsbeiträge nach einem Unfall vermeiden, lesen Sie hier.

Schreibe einen Kommentar