Arbeitszimmer: Wie Sie Steuern sparen, sogar wenn das Zimmer nicht anerkannt ist

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Prüfen Sie jetzt, ob Sie bei der Steuererklärung bis 31.5. Kosten für das Arbeitszimmer geltend machen können

Früher war das häusliche Arbeitszimmer ein Standard-Steuerspar-Modell für beinahe jeden: Einfach zu Hause einen Raum mit Schreibtisch ausstatten – und schon konnten die anteiligen Miet- und Nebenkosten in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Oft eine hübsche Steuerersparnis. Das ist heute leider nicht mehr so einfach. Deshalb denken viele Angestellte bei der jährlichen Steuererklärung gar nicht mehr an diese Möglichkeit. Aber:

Häufig ist es auch heute noch möglich, Kosten für einen Arbeitsplatz zu Hause geltend zu machen. Prüfen Sie jetzt, ob auch Sie hier Steuern sparen können, denn die nächste Steuererklärung steht an: Abgabetermin für 2014 ist der 31.5.2015.

Wann Sie Kosten für Ihr Arbeitszimmer zu Hause geltend machen können

Ihre Kosten für das Arbeitszimmer in Ihrer Privatwohnung können Sie bei der Steuererklärung geltend machen, wenn diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind:

  1. Das Arbeitszimmer wird tatsächlich in erster Linie und ausschließlich dazu genutzt, Einkünfte zu erzielen. Das Zimmer dient nur dazu, darin zu arbeiten – für Ihre Tätigkeit als Angestellter oder Selbstständiger. Deshalb ist es beispielsweise nicht möglich, die Kosten für ein Gästezimmer geltend zu machen, in dem Sie einen Schreibtisch aufstellen.
  2. Es ist an anderer Stelle – zum Beispiel beim Arbeitgeber – kein anderer Arbeitsplatz vorhanden.

Gerade wegen des zweiten Grundes können viele Angestellte kein Arbeitszimmer zu Hause geltend machen – auch dann nicht, wenn sie tatsächlich viel abends und am Wochenende zu Hause arbeiten. Wer in der Firma einen Arbeitsplatz hat, kann kein häusliches Arbeitszimmer zusätzlich absetzen.

Das heißt aber auch: Wer nebenher selbstständig Einkünfte erzielt, kann den Arbeitsplatz zu Hause dann bei der Steuer absetzen. Beispiel: Sie haben eine Wohnung oder ein Haus, das Sie vermieten. Dann brauchen Sie einen Arbeitsplatz, um die mit der Vermietertätigkeit verbundenen Arbeiten zu erledigen. Oder Sie haben neben Ihrer angestellten Tätigkeit ein kleines Versandgeschäft. Auch dann brauchen Sie dafür einen Arbeitsplatz und können die Kosten steuerlich geltend machen.

Wie viel Sie absetzen können

  • Wenn sich die Ausgaben nicht direkt dem Arbeitszimmer zuordnen lassen, teilen Sie diese anteiligen Kosten nach der Fläche des Arbeitszimmers im Verhältnis zur gesamten Wohnfläche auf. In der Regel sind das diese Kosten:
  • Miete (bzw. Gebäudeabschreibung und Schuldzinsen bei den eigenen vier Wänden)
  • Nebenkosten (Strom, Wasser- und Energiekosten, Reinigungskosten, Grundsteuer, Müllabfuhr, Versicherungen etc.)
  • Renovierungskosten
  • Kosten für die Einrichtung und Arbeitsgegenstände (Büromöbel, Computer etc.)

Beachten Sie diese Grenze: Wenn das Arbeitszimmer nicht alleiniger Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit ist, können Sie für Ihr häusliches Arbeitszimmer maximal 1.250 € pro Jahr von der Steuer absetzen. Ist diese Voraussetzung gegeben, gibt es keine Beschränkung der absetzbaren Kosten.

Tipp: Lassen Sie sich diese Ersparnis nicht entgehen!

Viele Angestellte können die Kosten für ein Arbeitszimmer nicht geltend machen, weil der Arbeitgeber einen Arbeitsplatz stellt. Trotzdem können Sie Werbungskosten für eine Arbeitsecke oder das Büro zu Hause geltend machen, auch wenn das Arbeitszimmer nicht anerkannt wird. Alle Aufwendungen für die Ausstattung des Zimmers oder der Arbeitsecke können Sie ansetzen, wenn diese vorwiegend beruflich genutzt werden.

 

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